Ernährung

Ernährung

Wir zeigen Ihnen hier Futterpflanzen, welche für mediterrane Landschildkröten geeignet, weniger geeignet oder untersagt sind. Bitte suchen Sie das Futter nicht an Strassenrändern oder entlang den Bahngleisen. Bevorzugen Sie Waldränder, Kiesgruben oder ungedüngte Wiesen. 
Grundsätzlich gilt für die meisten hier gezeigten Futterpflanzen folgende Regel: „Abwechslung macht das Schildkrötenleben süss“. Eine Schildkröte gewöhnt sich schnell an ein Lieblingsfutter z.B. Löwenzahn, Klee oder Spitzwegerich. Bieten Sie Ihren Tieren ein gutes Gemisch von verschiedenen Kräutern an. Seien Sie aber nicht verzagt, wenn Ihre Schildkröten die eine oder andere Pflanze verschmähen. Nicht jede Schildkröte isst gerne jedes Kraut. Brennessel sollte eher getrocknet angeboten werden. Auch Schildkröten können Feinschmecker sein.

Immer anbieten: gutes Heu und Sepiaschale

               Sepiaschalen können bei uns bezogen werden. E-Mail: info@sfsw.ch oder Tel.: 079 193 84 28

Futterpflanzen

Ernährung von Landschildkröten                               

Bilder zu geeigneten Futterpflanzen für                     Landschildkröten

Bilder zu bedingt geeigneten Futterpflanzen             für Landschildkröten

Ernährung von Wasser-/Sumpfschildkröten

Gehegebau

Der Bau eines Schildkrötengeheges kann auf einer grünen Wiese beginnen. 

Bei der Planung eines neuen Geheges sollten folgende Faktoren beachtet werden:

  • möglichst lange Sonneneinstrahlung

  • Standort für ein Frühbeet (geeignete Rückzugs- und Überwinterungsmöglichkeit)

  • genügend grosszügige Platzverhältnisse

  • geeignete Umrandung

  • artgerechte Bepflanzung und abwechslungsreiches Terrain

  • Schutz vor Fressfeinden bei Jungtieren

Das Schildkrötengehege wird im Idealfall gegen Süden ausgerichtet. So kann eine möglichst lange Sonnenbescheinung und somit eine optimalere Körpertemperatur der Tiere erreicht werden. Das UV-durchlässige Frühbeet ist für die Panzertiere in unseren Breitengraden essenziell. Es ermöglicht eine aufgewärmte Rückzugsmöglichkeit in der Übergangszeit und kann gleichzeitig für die Überwinterung im Freien eingesetzt werden. Dazu wird ein Überwinterungsschacht von ca. 80 cm Tiefe benötigt, der mit Betonplatten ausgekleidet wird. So sind die Schildkröten in der Überwinterungsgrube vor Mäusen und anderen Tieren geschützt.

Der Überwinterungsschacht wird mit einer Mischung aus Gartenhäksel und Erde (Bio-Qualität!) aufgefüllt. Auf dem Bild ist die elektrische Anlage sichtbar. Diese wird für einen Baustrahler benötigt, der in der Übergangszeit zusätzliche Wärme spendet. Als Fundament haben wir uns für eine Reihe Backsteine entschieden.

Für die Gehegeumrandung eignen sich verschiedene Materialien wie Holzpallisaden, Steinmauern, Kunststoffplatten etc. Wichtig ist, dass die Umrandung einen Sichtschutz nach aussen bietet. Von Drahtgitter oder ähnlichem ist auf jeden Fall abzuraten!

Um das Gehege möglichst artgerecht zu gestalten, sollte viel Wert auf das Terrain gelegt werden. Dies beinhaltet: geeignete Bepflanzung, Sonnen- und Schattenplätze und im Idealfall auch eine hügelige Struktur innerhalb des Geheges. Dies ermöglicht den einzelnen Tieren sich zurückzuziehen und reduziert den Stressfaktor innerhalb der Schildkrötengruppe. Geeignete Pflanzen sind viele Küchenkräuter, zum Beispiel: Lavendel, Rosmarin, Thymian (kommen alle in den natürlichen Habitaten vor) aber auch Hibiskus, Nachtkerzen etc. Weitere Pflanzvorschläge finden Sie auf dem Dokument. 

Als Untergrund eignet sich der calciumhaltige Jurakalk sehr gut. Dieser ist in verschiedenen Korngrössen beim Landschaftsgärtner oder in Kiesgruben erhältlich.

Zum Abschluss sollte das Gehege vor Fressfeinden geschützt werden. Je nach Alter der Schildkröten kann das ein Kunststoff- oder Drahtgeflecht (hier kein Problem, da die Tiere nicht mit diesem in Berührung kommen) sein, bei adulten Tieren ausserhalb der Wohngebiete hat sich auch ein Elektrozaun gut bewährt.

Gehegegrösse

Die Fläche des Landschildkröten-Geheges sollte der Anzahl Schildkröten, dem Alter und entsprechend der Grösse der Tiere angepasst sein. Ein naturnah gestaltetes Gehege mit natürlichen Versteck- und Klettermöglichkeiten, Sonnen- und Schattenplätzen ist für das Wohlbefinden der Schildkröten wichtiger als ein riesiges, langweiliges Stück Land. Für unsere wärmeliebenden Tiere ist ein Frühbeetkasten als zusätzliche Wärmequelle unentbehrlich. Wichtig sind Feucht- und Trockenplätze sowie eine gute Bepflanzung. 

Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, kann eine Schildkröte unmöglich auf einem Quadratmeter gehalten werden. Die Vorgaben für die Gehegegrösse der Schweizerischen Tierschutzverordnung sind deshalb für uns und den Dachverband SIGS absolut inakzeptabel.

Gegezubehör

Wir empfehlen:

Neogard AG

Die Firma Neogard gewährt allen SIGS-Mitgliedern einen Rabatt von 30% auf ihren Schildkrötenhäusern.

Um von diesem Rabatt zu profitieren, müssen Sie bei der Sektionspräsidentin/dem Sektionspräsidenten eine Mitgliedschaftsbestätigung einholen. Beim Kauf im Fachhandel kann kein Rabatt gewährleistet werden.

www.neogard.ch/tiergarten/schildkröten

und

Frei Gewächshaus GmbH Dagmersellen

www.frei-gewaechshaus.ch

 
 
 
 

Überwinterung

Überwinterung von mediterranen Landschildkröten

Die Winterstarre ist für mediterrane Schildkröten lebensnotwendig.

Viele Schildkrötenhalter haben Bedenken, die Tiere könnten im Frühjahr nicht mehr erwachen. Bei einem gesunden Tier, das artgerecht gehalten wird, besteht kein Grund zur Angst. Im Gegenteil: Ohne Winterstarre wird der natürliche Stoffwechsel- und Wachstumsrhythmus gestört.
 
Im Winter ist es für die Panzertiere im Freien, wie auch im Frühbeet, zu dunkel und zu kalt um den Stoffwechsel aufrechtzuerhalten. Dem kann und darf weder die Heizung noch eine Lampe Abhilfe schaffen. Terrariumhaltung im Winter mit künstlicher Wärme, Licht und ungeeignetem Futter ist nicht artgerecht und schadet den Tieren. Sie wachsen zu schnell und werden oftmals krank.

Es gibt verschiedene Überwinterungsmethoden. Ob eine Grube unter dem Frühbeet oder die Überwinterungskiste, es eignet sich lockere, feuchte Gartenerde und zum Abdecken feuchtes Buchenlaub.
Weitere Informationen

Rotwangen-Schmuckschildkröten
 

Gehege

Die Natur als Vorbild

Bei der artgerechten Gestaltung eines Schildkrötengeheges halten wir uns am besten an die Umgebung, aus der unsere Schildkröten stammen. Vielleicht hatten Sie noch nie Gelegenheit, die natürlichen Biotope unserer Schützlinge persönlich zu bereisen. Halb so schlimm! Wir zeigen Ihnen hier ein paar Bilder von Schildkrötenhaltern, die dieses Glück schon hatten, z.B. in Griechenland, Rumänien, Türkei, ehem. Jugoslawien oder Südeuropa wie Italien, Südfrankreich oder Spanien. In der südlichen Heimat unserer Panzertiere sind die Temperaturen das ganze Jahr im Durchschnitt einiges höher als bei uns. Die Niederschläge sind deutlich geringer, dafür ist die Sonneneinstrahlung länger und intensiver.

Die Weideflächen dürren im Hochsommer ab, dadurch ist nur noch spärlich Futter vorhanden.
Erst im Herbst, nach den ersten Regengüssen, spriessen die Pflanzen wieder und die Schildkröten können sich nochmals an den frischen Kräutern laben.  

Aus diesen Gründen ist unser Improvisationstalent gefragt, um den Schildkröten eine naturnahe Umgebung zu bieten: Ein Frühbeet für die Wärme, Trockenplätze zum Aufwärmen und im Hochsommer etwas weniger Grünfutter, dafür immer Heu.