Arten- und Altersbestimmung von

Landschildkröten

Artenbestimmung

Griechische Landschildkröte - östliche Art
(Testudo hermanni boettgeri)
  • Verbreitung: 

ehem. Jugoslawien bis Griechenland, Rumänien bis Türkei

  • Grösse:

je nach Herkunft 15 bis 28 cm

  • Haltung:

Ganzjährig im Freiland mit Frühbeetkasten möglich
Winterstarre 3-5 Monate bei 3-7 Grad
Unterarten möglichst getrennt halten, um eine Bastardisierung zu vermeiden
Von einer Haltung zusammen mit anderen Tieren (Kaninchen, Hühner etc.) ist dringend abzuraten!

  • Ernährung:

Wiesenkräuter, Blüten und Blätter, Heu, in freier Natur auch Beeren, Schnecken und Würmer.

  • als Kalziumspender:

Schneckenhäuschen, verrottete Knochen, Sepiaschalen und zerbrochene Muscheln.

  • Besonderheiten:

Männchen sind sehr territorialbildend; Weibchen müssen in der Gruppe immer in der Überzahl sein, wenn nötig, zeitweise Geschlechtertrennung.

 

Bei der östlichen Unterart der Griechischen Landschildkröte kommen, sowohl in Gefangenschaft wie auch in der Natur, unzählige Farbvariationen vor. Je nach ursprünglicher Abstammung und Herkunft gibt es bei adulten (erwachsenen) Tieren unterschiedliche Grössen. Es können auch nicht spezifische Merkmale vorhanden sein, wie zBsp. das ungeteilte Schwanzschild, das vor allem auf die Maurische Landschildkröte Testudo graeca hinweist oder der gelbe Wangenfleck und die schwarzen Streifen am Plastron (Bauch) was eher zur westlichen Unterart Testudo hermanni hermanni passt.

Die über lange Zeit in Vergessenheit geratene dritte Unterart der Griechischen Landschildkröte wurde erst kürzlich wieder entdeckt. Ob es sich tatsächlich um eine Unterart handelt, ist umstritten. Die Identifizierung der Dalmatinischen Landschildkröte - Testudo hermanni hercegovinensis aufgrund äusserlicher Unterscheidungsmerkmale ist sehr schwierig und manchmal unmöglich.

hb Weibchen
hb sehr altes Männchen
hb Weibchen
Der Schwanz der Griechischen Landschildkröte endet mit einer Spitze aus Horn, der sog. Hornnagel
hb Männchen
Der Schwanz der Griechischen Landschildkröte endet mit einer Spitze aus Horn, der sog. Hornnagel
hb getrenntes Schwanzschild
Schwanzschilder kommen geteilt und ungeteilt vor.
hb ungetrenntes Schwanzschild
Schwanzschilder kommen geteilt und ungeteilt vor.
hb adultes Weibchen
Verschiedene Farb- und Zeichnungsnuancen
hb adultes Weibchen
Verschiedene Farb- und Zeichnungsnuancen
Mehr anzeigen
 
Griechische Landschildkröte - westliche Art
(Testudo hermanni hermanni)
  • Verbreitung:

Italien, Sizilien, Sardinien, Süd-Frankreich, Korsika und Nord-Spanien

 

  • Grösse:

je nach Herkunft 10-18 cm

 

  • Haltung:

Ganzjährig im Freiland mit Frühbeetkasten möglich

Winterstarre 3-5 Monate bei 3-7 Grad

Unterarten möglichst getrennt halten, um eine Bastardisierung zu vermeiden

Von einer Haltung zusammen mit anderen Tieren (Kaninchen, Hühner etc.) ist dringend abzuraten

 

  • Ernährung:

Wiesenkräuter, Blüten und Blätter, Heu, in freier Natur auch Beeren, Schnecken und Würmer

als Kalziumspender: Schneckenhäuschen, verrottete Knochen, Sepiaschalen und zerbrochene Muscheln

 

  • Besonderheiten:

Männchen sind sehr territorialbildend; Weibchen müssen in der Gruppe immer in der Überzahl sein, wenn nötig, zeitweise Geschlechtertrennung

 

Die westliche Unterart der Griechischen Landschildkröte ist im Allgemeinen viel kleiner als ihre Verwandten aus dem Osten von Europa. Meistens weist der Carapax viel mehr schwarz auf und am Plastron sind zwei durchgehend schwarze Streifen vorhanden. Auch hier kann je nach ursprünglicher Abstammung und Herkunft die Grösse des Tieres variieren.

Die über lange Zeit in Vergessenheit geratene dritte Unterart der Griechischen Landschildkröte wurde erst kürzlich wieder entdeckt. Ob es sich tatsächlich um eine Unterart handelt, ist umstritten. Die Identifizierung der Dalmatinischen Landschildkröte - Testudo hermanni hercegovinensis aufgrund äusserlicher Unterscheidungsmerkmale ist sehr schwierig und manchmal unmöglich.

hh Toskana Weibchen
hh Toskana Männchen
hh Wangenfleck
gelber Wangenfleck
hh Toskana Männ. Schluesselloch
Schlüssellochzeichnung
hh Toskana Weibchen
schwarze Bänder am Plastron
hh Plastron rot
Bei der westlichen Art ist die Länge der Mittelnaht am Plastron zwischen den Vorderbeinen immer kürzer als zwischen den Hinterbeinen. Die östliche Art weist unterschiedliche Längen der Mittelnaht auf.
hh Plastron östlich
Bei der westlichen Art ist die Länge der Mittelnaht am Plastron zwischen den Vorderbeinen immer kürzer als zwischen den Hinterbeinen. Die östliche Art weist unterschiedliche Längen der Mittelnaht auf.
hh Plastron östlich
Bei der westlichen Art ist die Länge der Mittelnaht am Plastron zwischen den Vorderbeinen immer kürzer als zwischen den Hinterbeinen. Die östliche Art weist unterschiedliche Längen der Mittelnaht auf.
Mehr anzeigen
Maurische Landschildkröte
(Testudo graeca)
  • Verbreitung:

Kaspisches Meer bis nach Südspanien und Marokko, Algerien und Tunesien


Die bei uns am häufigsten gehaltenen Maurischen Landschildkröten stammen aus der Türkei. Tiere aus südlicheren Herkunftsgebieten sind wesentlich heikler und gehören nicht in Gefangenschaftshaltung.

  • Grösse:

je nach Herkunft bis zu 30 cm - werden deutlich grösser als die Griechische Landschildkröte

  • Haltung:

Ganzjährig im Freiland mit Frühbeetkasten möglich
Winterstarre 3-5 Monate bei 3-7 Grad
Unterarten möglichst getrennt halten, um eine Bastardisierung zu vermeiden
Von einer Haltung zusammen mit anderen Tieren (Kaninchen, Hühner etc.) ist dringend abzuraten

  • Ernährung:

Wiesenkräuter, Blüten und Blätter, Heu, in freier Natur auch Beeren, Schnecken und Würmer
als Kalziumspender: Schneckenhäuschen, verrottete Knochen, Sepiaschalen und zerbrochene Muscheln

  • Besonderheiten: 

Männchen sind sehr territorialbildend
Weibchen müssen in der Gruppe immer in der Überzahl sein, wenn nötig, zeitweise Geschlechtertrennung
Tiere sind etwas wärmebedürftiger als die griechische Landschildkröte

  

Ein besonderes Merkmal dieser Art sind die Hornkegel auf der Unterseite der Oberschenkel. Bei Tieren aus Süd-Marokko aber fehlen diese. Je nach ursprünglicher Abstammung und Herkunft gibt es bei adulten (erwachsenen) Tieren unterschiedliche Grössen. Es können auch nicht spezifische Merkmale vorhanden sein, wie zum Beispiel das geteilte Schwanzschild, das vor allem auf die Griechische Landschildkröte Testudo hermanni hermanni hinweist. 
Der Schwanz endet stumpf ohne Hornnagel.

g Rücken 1
g Rücken 2
g Weibchen
g Männchen
g unget. Schwanzschild
g get. Schwanzschild
g Rücken 3
g Bauch 1
Mehr anzeigen

Seit 1955 lebt dieses Testudo graeca Männchen in der Schweiz. Es besitzt keine Hornkegel und gehört vermutlich zur Unterart Testudo graeca soussensis aus Süd-Marokko. Dieses Tier weist einen Knickschwanz auf, welcher auf eine unsachgemässe Haltung/Behandlung hindeutet.


Die Unterarten der Testudo graeca sind teilweise recht schwer zu unterscheiden:
T. graeca graeca, T. graeca annamurensis, T. graeca antakyensis, T. graeca cyreneica, T. graeca floweri, T. graeca ibera, T. graeca nabeulensis, T. graeca nikolskii, T. graeca pallasi, T. graeca soussensis, T. graeca terrestris, T. graeca zarudnyi
Die Taxonomie der Unterarten ist umstritten und noch nicht abgeschlossen.
Bei Nachzuchten in Gefangenschaft sind mit grösster Wahrscheinlichkeit Mischlinge der verschiedenen Unterarten anzutreffen.

g Soussensis Schwanz
g Soussensis Rücken
g Soussensis Bauch
Mehr anzeigen
 
Breitrand-Schildkröte
(Testudo marginata)
  • Verbreitung:

Sardinien, Griechenland

  • Grösse:

je nach Herkunft 24 - 32 cm

  • Haltung:

Ganzjährig im Freiland mit Frühbeetkasten möglich
Winterstarre 3-5 Monate bei 3-7 Grad
Unterarten möglichst getrennt halten, um eine Bastardisierung zu vermeiden
Von einer Haltung zusammen mit anderen Tieren (Kaninchen, Hühner etc.) ist dringend abzuraten

  • Ernährung:

Wiesenkräuter, Blüten und Blätter, Heu, in freier Natur auch Beeren, Schnecken und Würmer
als Kalziumspender: Schneckenhäuschen, verrottete Knochen, Sepiaschalen und zerbrochene Muscheln

  • Besonderheiten: 

Männchen sind sehr territorialbildend
Weibchen müssen in der Gruppe immer in der Überzahl sein
Wenn nötig, zeitweise Geschlechtertrennung
Tiere sind etwas wärmebedürftiger als die griechische Landschildkröte

Breitrand 1
ca. 20-jähriges Weibchen
Breitrand 2
Breitrand Weibchen
Breitrand Männchen
Breitrand jung
ca. 4-jähriges Jungtier
Breitrand Bauch
Mehr anzeigen

Die Breitrand-Schildkröte kann recht gut bestimmt werden, denn die Bauchzeichnung mit schwarzen Dreiecken ist sehr typisch. Der breite Rand am Carapax entwickelt sich erst im fortgeschrittenen Alter, bei Jungtieren ist die namensgebende Form noch nicht entwickelt.

Unterarten: Testudo marginata marginata, Testudo marginata weissingeri wobei die zweitgenannte aus dem Peleponnes, Griechenland, als eigene Unterart sehr umstritten ist. Vielmehr handelt es sich um eine kleinere Regionalform.

 

Altersbestimmung

Kennt man das Schlupfdatum einer Schildkröte nicht, kann man das Alter nicht genau bestimmen.
Anhand der Mittelnaht am Plastron (Bauch) kann man aber erkennen ob sie jung, alt oder sehr alt ist. Untenstehend einige Beispiele.

1 Jahr alt
Schlupfdatum bekannt
5 Jahre alt
Schlupfdatum bekannt
40 bis 50 Jahre altes Weibchen
Schlupfdatum unbekannt
70 bis 100 Jahre altes Männchen
Schlupfdatum unbekannt
Mehr anzeigen
 

Anatomie

Ein Blick nach innen
Panzer/ Knochen
Knochenpanzer-juvenil-Breit
Hornschild-WSK
Panzer-juvenil-Breitrand-in
Hornschild-LSK
Schwanzspitze
Mehr anzeigen